Anti-Graffiti-Lexikon

Abbeizen

Abbeizpasten wirken durch in ihnen enthaltenen organischen Lösungsmittel. Daher müssen sie auf abzutragende Schichten erst einwirken, ehe diese mit dem Spachtel abgehoben werden können. Wiederholte Anwendungen sind bei besonders dicken und bei mehreren Farbschichten notwendig, wobei man abschnittsweise von oben nach unter vorgehen sollte. Nacharbeiten mit Bürste und Abwaschungen mit Verdünner schließen die Arbeit ab.

Abrasive Graffiti-Entfernung

Unter Abrasiver Graffiti-Entfernung versteht man das Abkratzen von verunreinigten Farbschichten mittels geeigneter Kratz- oder Spachtelwerkzeuge.

Absäuern

Oberflächengestaltung von Beton mittels eines Säuregels, mit dem man die Gesteinskörnung freilegt. Das Absäuern erfolgt nach der Aushärtung frischen Betons. Beim Absäuern können im Vergleich zum Auswaschen nur geringe Tiefen erreicht werden.

Adhäsionsverfahren bei Tätern ab 18 Jahren

Ein Adhäsionsverfahren bietet dem Graffiti-Geschädigten die Möglichkeit, einen aus der Straftat entstandenen vermögensrechtlichen Anspruch (wie z.B. Schadensersatz) bereits im Strafverfahren geltend zu machen.

Anfeuern

= Nasseffekt. Durch eine Farbvertiefung wird das Erscheinungsbild einer Oberfläche dergestalt geändert, als ob sie nass wäre.

Anti-Graffiti-Beschichtung

Ist eine Beschichtung, die verhindert, dass gesprayte Graffiti mit der Ursprungsoberfläche verschmelzen bzw. eine Verbindung eingehen. Anti-Graffiti-Beschichtungen können in der Regel mit bloßem Auge nicht erkannt werden. Dadurch sind sie ideal für den Erhalt von historischen Gebäuden. Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Anti-Graffiti-Beschichtungen, Opferbeschichtungen und Permanent-Beschichtungen.

Architekturbeton

= Sichtbeton. Beton, der durch seine Oberflächengestaltung zur Ästhetik eines Bauwerks beiträgt.

Auswaschen

Oberflächengestaltung von Beton mittels Kontaktverzögerern durch Freilegung der Gesteinskörnung. Die Kontakverzögerer müssen vor Aushärtung des Betons aufgebracht werden.

Bahn- und Zugreinigung

Bezeichnet einen Aufgabenbereich der Graffiti-Entfernung und des Graffitischutzes vieler Graffitischutz- und Reinigungsunternehmen.

Baum-Graffiti

Baum-Graffiti werden in der Forstwirtschaft zur Markierung des Baumbestandes bei Waldarbeiten benutzt, ähnlich wie Markierungen im Straßenbau (technisches Graffiti). Gelegentlich werden auch kleine Nadelbäume mit Farbspray markiert, um z.B. den Diebstahl von Weihnachtsbäumen zu verhindern. Graffiti an Bäumen sind zumeist legale Graffiti.

Bemalte Objekte

Graffitis werden auf unterschiedlichsten Oberflächen und Objekten gesprüht oder gemalt oder durch Veränderung und Eingriff in die Struktur von Objekten erstellt. Häufige Beispiele sind bemalte oder besprühte Hauswände, Trafostationen, Brücken, Unterführungen, Eisenbahnanlagen, Fahrzeuge, Schallschutzwände, Stromkästen oder Verkehrsschilder.

Beton

Bezeichnet allgemein ein Gemenge aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser, das hydraulisch aushärtet.

Diffusion

Durch Diffusion kann Wasserdampf aufgrund von Druckunterschieden oder Konzentrationen durch Wände und Decken wandern. Die Diffusion aus feuchten Räumen in angrenzende kalte oder nach außen dicht abgeschlossene Wände und Dächer kann zu starken Durchfeuchtungen und Bauschäden führen.

Eltern- und Lehrer-Infos

Beim illegalen Sprühen und Scratchen riskieren Jugendliche, dass sie straf- und zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Oft genug setzen sie sogar bei Sprühaktionen auf Brücken und Bahnanlagen ihre Gesundheit aufs Spiel. Für viele Eltern ist das Thema Graffiti daher Anlass zur Sorge.
Eltern und Lehrer erkennen an starkem Interesse der Jugendlichen an Graffiti, Besitz von Graffiti-Magazinen oder DVDs, am Besitz von zahlreichen Farbspraydosen, am Besitz von Magneten, mit denen “verräterischen Geräusche” der Metallkugeln in den Spraydosen verhindert werden, am Besitz von Sprühköpfen (sog. Caps), am Besitz von Farbstiften, insbesondere mit breiten Aufsätzen, am Besitz von Gummihandschuhen mit Farban-haftungen, an Kleidung mit Farbanhaftung und Farbgeruch, am Besitz von Steinen, Nothämmern, Glasschneidern und anderen scharfkantigen Gegenständen, die benutzt werden, um Graffiti in Glasscheiben anzubringen (sog. Scratching), sowie am Besitz von Büchern (sog. Blackbooks), in denen Wandbilder vor dem Sprühen skizziert werden, dass der Jugendliche (das Kind, der Schüler) der örtlichen Sprayerszene angehören könnte.

Entkriminalisierung Jugendlicher

Um jugendliche Sprayer aus der Illegalität herauszuholen, werden häufig von Kommunen und Gerichten Graffitiprojekte zur Entkriminalisierung jugendlicher Straftäter angeboten. Ziel ist es, eine Entkriminalisierung durch außergerichtliche Einigungen zu erreichen.

Etching (deutsch: Ätzen)

ist eine extrem gesundheitsgefährdende und mitunter tödliche Art von Graffitischmiererei. Hierbei wird meistens Glas mit hochgiftiger Fluorwasserstoffsäure angeätzt.

Farbpigmente

werden zum Einfärben von Zement- und kalkgebundenen Baustoffen genutzt. Farbpigmente gibt es als Pulverfarben, Flüssigfarben, kompaktiertes Pulver und Granulat.

Fasern

Fasern zur Beimengung in Beton nutzt man, um die Festigkeit hinsichtlich der Zugwerte zu erhöhen. Diese Fasern können z. B. aus Stahl, Glas oder Polypropylen sein.

Flüssigfarben

sind Aufschlämmungen von Farbpigmenten, oft auch Slurry genannt.

Formen von Graffiti

Graffiti können folgende Ausprägungen haben: Style-Writing, Scratching (deutsch: Kratzen), Etching (deutsch: Ätzen), Ganggraffiti, Pixação, Ultras-Graffiti, Streetart, Stencil/Pochoir, Graffiti auf Plakaten/Adbusting, Politische Graffiti, Klograffiti, Gefängnisgraffiti, Graffiti an Bäumen, Zinken, Reverse Graffiti, LED-Throwie oder Galerie-Objekt.

Geschlossene Oberflächen

sind Oberflächen, die durch Glasur oder Lackierungen versiegelt sind. Beispiele für geschlossene Oberflächen sind u.a. glasierte Klinker, Fliesen, Kunststoff-Oberflächen oder Glasflächen.

Geschädigten-Infos

Für viele Menschen sind illegale Graffiti im Stadt- und Ortsbild ein Ärgernis. Das gilt umso mehr, wenn gesprühte Schriftzüge, Bilder und Namenskürzel (TAGs) plötzlich über Nacht auf der eigenen Hauswand oder auf dem Garagentor prangen.

Was können Sie nun am besten tun?

Machen Sie zuerst Fotos von dem Graffitischaden. Dies ist wichtig für Schadenersatzansprüche. Auch sollten Sie, sofern vorhanden, Beweise in Form von Spraydosen etc. sichern. Achten Sie hierbei darauf, dass Fingerabdrücke des/der Täter nicht zerstört werden. Anschließend sollten Sie den Schaden bei der Polizei melden und eine Strafanzeige stellen. Zuletzt lassen Sie dann den Schaden wieder beseitigen.

Wer kommt für die Kosten der Schadensbeseitigung auf?

Die Beseitigung der Graffitischäden ist häufig mit hohen Kosten verbunden, die grundsätzlich der Sprayer zu tragen hat.

Wie können Sie vorbeugen?

Graffitischäden vorbeugen können Sie, indem Sie z.B. eine Bepflanzung Ihrer Hausfassade (Hecke, Dornenbusch etc.) vornehmen. Des Weiteren sollten Sie eine Graffitischutzversicherung abschließen (in vielen Fällen bieten Versicherungen dies im Rahmen der Gebäudeversicherungen mit an). Weiter sollten Sie für ausreichende Außenbeleuchtung, Bewegungsmelder, Videokameras etc. sorgen. Wenn Sie weiter von Ihrem Immobilienobjekt weg wohnen, sollten Sie über einen Wartungsvertrag zur Objektbeobachtung nachdenken.

Glasreparaturen

können notwendig werden, wenn Kratzer im Glas nach Reinigungsarbeiten, Betonverätzungen oder Kalkablagerungen auf Glasoberflächen festgestellt werden. In vielen Fällen ist ein Austausch der Glasscheiben trotz starker Verkratzungen aber nicht notwendig. Zudem können Glasreparaturen durch Vandalismus (Scratching und Etching) notwendig werden.

Glasvandalismus

Als Glasvandalismus bezeichnet man das sog. Scratching oder Etching.

Going Over

Meint das Übermalen eines Graffiti mit einem anderen Graffiti.

Graffiti (Wortherkunft)

Der Begriff Graffito stammt aus dem Italienischen vom Wort “graffiare”, was “einritzen” oder “einkratzen” bedeutet. Graffiti ist die allgemeine Bezeichnung für Zeichnungen und Schriften auf Wänden oder anderen „Objekten“. Graffitis entstehen zumeist anonym und ohne Genehmigung oder Einverständnis des Eigentümers der genutzten Flächen.

Graffiti-Akzeptanz

Die Akzeptanz und Definition von Graffiti ist unterschiedlich geprägt. Werden Graffiti in der öffentlichen Wahrnehmung, insbesondere die nicht genehmigten Graffiti, meist als Form des Vandalismus betrachtet, werden sie von anderer Seite auch als Kunstform anerkannt.

Graffiti auf Plakaten

Graffitis auf Plakaten sind insbesondere zu Wahlkampfzeiten häufig zu beobachten. Meist sind es Portraits, deren Gesichter durch Bärte, Hörner und ähnliche Dinge verunziert werden.

Graffiti-Entfernung

Voraussetzung für die professionelle Entfernung von Graffiti und Schriftzügen ist das Fachwissen um die Zusammensetzung der verwendeten Farben und die Porosität der jeweiligen Untergründe. An Gebäuden dringen Lacke, je nach Baustoff, bis zu ein Zentimeter tief in Fassaden ein und mindern deren sog. Diffusionsdurchlässigkeit. Die Schutzfunktion einer Fassade wird dadurch erheblich beeinträchtigt.

Graffiti-Prophylaxe

vgl. Graffitischutz.

Graffitischäden und Kosten

Die Entfernung unerlaubter Graffiti an Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln verursacht nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Haus- und Grundeigentümer pro Jahr Kosten von rund 500 Millionen Euro. Die Deutsche Bahn hat 2007 z.B. ca. 22.000 Anzeigen wegen Graffiti erstattet.

Graffitischutz

Ein Graffitischutz ist ein Fassadenanstrich, der Fassadenoberflächen vor dem Eindringen von Farben und Lacken durch Graffitianschläge schützt. Graffitischutzsysteme können temporärer, semi-permanenter oder permanenter Art sein.

Graffitischutz-Polymer

Nach Herstellerangaben ist ein Graffitischutz-Polymer eine wässrige Emulsion eines Fluorpolymers, modifiziert mit einem Acrylat. Es hat hydrophobe und oleophobe Eigenschaften.

Gütegemeinschaft Anti-Graffiti Berlin e.V.

Ist ein Verein, der gegen die Verwahrlosung von Stadtbildern kämpft. Hierzu wurden Qualitätsvorstellungen für die Graffitibekämpfung definiert und entsprechende Gütezeichen, die zusammen mit dem RAL – Institut für Kennzeichnung und Gütesicherung e.V. entwickelt wurden, eingeführt. Mittlerweile sind mit dem RAL-Gütezeichen der Gütegemeinschaft Anti-Graffiti Berlin ausgestattete Fachunternehmen Garanten für verlässliche Qualität bei der Graffitibeseitigung.

Heißdampf-Verfahren

Wasser kann in einem Heißdampfreinigungsgerät auf bis zu ca. 150 Grad Celsius erhitzt und über eine Flachdüse auf die Oberfläche geleitet werden. Der auf die Oberfläche auftreffende Heißdampf hat gute Reinigungswirkung, abzutragende Farbschichten werden aufgeweicht und abgeschält. Die Temperatur und der Dampfdruck sollten bei der Graffiti-Entfernung den Oberflächen angepasst werden.

Hochdruck-Verfahren

Beim Hochdruck-Verfahren wird mit einem Betriebsdruck zwischen 800 und 1200 bar und einer zusätzlichen Fördermenge von 100 bis 350 l Wasser pro Minute gearbeitet. Durch den harten Strahl mit kaltem oder warmem Wasser werden auch hartnäckigste Verunreinigungen entfernt, allerdings sind erhöhte Substanzverluste der Oberfläche zu berücksichtigen. Daher bieten sich mittels Hochdruck-Verfahren nur eingeschränkte Anwendungsmöglichkeiten bei der Graffiti-Entfernung.

Hydrophobe Eigenschaften

Sind wasserabweisende Eigenschaften von Materialien.

Hydrophobierung

Hydrophobierung ist eine Wasser abweisende Imprägnierung eines kapillarporigen Untergrundes, wie Mauerwerk, Mörtel oder Zementputz. Die Imprägnierungen bestehen in der Regel aus Silikonharzen oder Siloxan in organischen Lösungsmitteln. Hydrophobierte Flächen lassen Regenwasser abperlen, behindern aber eine Diffusion von Wasserdampf kaum.

Imprägnierungen

sind Oberflächenbehandlungen zur Änderung derer Eigenschaften, z.B. der Benetzbarkeit.

Illegale Graffiti

Sind Graffiti, die ohne Einverständnis des Eigentümers einer besprayten Fläche oder eines Objektes erstellt wurden. Illegale Graffitis stellen eine Straftat dar, die von den Behörden verfolgt wird.

Lasertechnik

Das Laserverfahren eignet sich besonders gut zum gezielten Entfernen einzelner Schriftzüge. Der entscheidende Vorteil gegenüber herkömmlichen mechanischen und chemischen Verfahren ist, dass die Oberfläche nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Durch den Wegfall von Lösungsmitteln ist diese Methode insgesamt umweltfreundlich und vor allem ungiftig. Bei diesem Verfahren werden innerhalb von Bruchteilen einer millionsten Sekunde gepulste Laser mit sehr hoher Lichtleistung auf eine Farbschicht gestrahlt. Dadurch platzt diese in kleinen Teilchen ab.

LED-Throwie

Eine sehr moderne Weiterentwicklung von Graffiti, auch aufgrund verschärfter Gesetzeslagen, sind LED-Throwies. Dies sind kleine batteriebetriebene Leuchtdioden, die mit einem Magneten verbunden sind und hoch auf metallene Oberflächen geworfen werden, damit sie von dort weit sichtbar leuchten. Eine Darstellung von konkreten Inhalten oder Botschaften in Form von Texten oder Bildern ist mit LED-Throwies aber nicht möglich.

Legale Graffiti

Graffitis werden in der öffentlichen Wahrnehmung mittlerweile auch als Kunstform wahrgenommen. Dies allerdings nur dann, wenn es sich nicht um illegal angebrachte Graffiti handelt und die Inhalte es wert sind, als Kunst bezeichnet zu werden.

Microauswaschgel

bezeichnet ein Säuregel zum Absäuern von Beton. Die erreichbaren Tiefen bei der Freilegung der Körung liegen im Bereich einer Mikroauswaschung.

Mobiler Truckcleaning-Service

bezeichnet eine Spezialdienstleistung weniger Graffitischutz- und Reinigungsunternehmen in Deutschland, die selten bundesweit und als 24h-vor-Ort-Service angeboten wird.

Nachbehandlung

ist notwendig zum Schutz der Betonoberfläche gegen Austrocknung und somit zur Sicherstellung einer geschlossenen, dichten und dauerhaften Betonoberfläche.

Nanotechnologie

ist eine neue Form der Graffiti-Entfernung, die Farblacke meist mittels eines auf die Oberfläche aufgebrachten Gels aufquellen lässt und diese Lacke anschließend ohne Lösungsmittel vom Untergrund trennt.

Nasseffekt

vgl. Anfeuern.

Nebelstrahl-Verfahren

Das Nebelstrahlverfahren ist sehr substanzschonend und ohne Staubemission. Das Strahlungsmittel wird in erste Linie durch Luft transportiert, wobei die Wasserzugabe gerade genug Feuchtigkeit zur Bindung des Staubes freisetzt. Strahldruck, Granulatmenge und Wasserzufuhr lassen sich nach Bedarf einstellen. Dabei bleibt die Wasserbelastung der Materialoberfläche äußerst gering, so dass dieses Verfahren auch auf Holz eingesetzt werden kann.

Negativ-Verfahren

bezeichnet eine Auftragungsart des Kontakverzögerers beim Auswasch-Vorgang, in diesem Fall auf die verdeckten Betonoberflächen des Werkstücks durch vorausgegangene Behandlung der Schalungsoberflächen.

Niederdruck-Feuchtsandstrahl-Verfahren

Beim Niederdruck-Feuchtsandstrahl-Verfahren wird das eingesetzte Feinstrahlmittel mit Wasser und Druckluft zusammengeführt. Der einzusetzender Arbeitsdruck und die Strahlmittelmenge sind an Probeflächen zu ermitteln durch variierbare Einstellungen und abschließend den jeweiligen Anforderungen anzupassen.

Niederdruck-Rotationswirbel-Verfahren

Das Rotationswirbelverfahren im Niederdruckbereich wird zur Reinigung von alten Beschichtungen und Ähnlichem eingesetzt. Dieses Materialschonende Nassstrahlverfahren wirkt durch Strahlgut, Pressluft und Wasserdruck, die spiralförmig verwirbelt eine dosierbare Scheuer- und Schleifwirkung erzielen.

Oberflächenbehandlung

kann in mechanischer, thermischer und/oder chemischer Bearbeitung am erhärteten Beton erfolgen. Die Oberfläche wird mehr oder weniger tief entfernt und die Farbe der Gesteinskörnung tritt in Erscheinung. Siehe auch Absäuern und Auswaschen.

Oberflächenbearbeitung

Eine Oberflächenbearbeitung wird z.B. mit Silanen, Siloxanen oder Acrylaten vorgenommen. Oberflächenbearbeitungen haben die Zwecke, Wasser- und Schmutz abzuweisen, als Graffitischutz zu wirken, Ausblüh-Verminderungen zu erzielen und als Carbonatisierungsbremse zu fungieren.

Offenporige Oberflächen

sind z.B. Naturstein, Klinker, Beton, Schiefer oder Granit. Bei aufgetretenen Graffitischäden auf diesen Flächen muss zuerst so lange sandgestrahlt werden, bis auch die im Stein befindliche Farbe vollständig entfernt ist. Bei nicht fachmännischer Graffiti-Entfernung wird leider häufig ein Teil der Oberfläche mit abgetragen und die natürliche Patina entfernt. Deshalb ist bei Graffiti-Entfernung von offenporigen Oberflächen zwingend darauf zu achten, dass keine Oberflächenbeschädigung erfolgt.

Öffentliche Wahrnehmung und Kommerzialisierung von Graffiti

Das Thema Graffiti wird immer wieder kontrovers diskutiert: Graffiti gelten meist unter den Anhängern der Kultur als ein zentrales Ausdrucksmittel urbanen Lebensgefühls und finden speziell unter Jugendlichen häufig Anerkennung. Dagegen empfindet die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Graffiti als Verunstaltung und puren Vandalismus. Aber selbst diesbezüglich gehen die Meinungen weit auseinander und es gibt große Unterschiede in der Bewertung einzelner Werke und Ausprägungsformen. Graffiti in seiner Gesamtheit und deren Ästhetik wird auch gerne als Stilmittel in der Werbe- und Designbranche, speziell für Jugendprodukte, oder um den Produkten ein jugendlicheres Image zu geben, verwendet.

Oleophobe Eigenschaften

Sind ölabweisende Eigenschaften von Materialien.

Opferbeschichtungen

Opferbeschichtungen werden auf eine Oberfläche aufgebracht und dann entfernt, wenn durch eine Graffiti-Attacke Schäden aufgetreten sind. Die Original-Oberfläche wird durch das Abtragen der Opferschicht nicht verändert und sauber hinterlassen. Anschließend kann eine neue Opferschicht aufgebracht werden.

Permanent-Beschichtungen

Im Gegensatz zu Opferbeschichtungen verhindern Permanent-Beschichtungen das Anhaften von Graffiti auf einer Oberfläche. Diese Beschichtungen enthalten geladene polymere Materialien, die wie ein Gel oder Substrat auf der Oberfläche wirken. Permanent-Beschichtungen sind oft etwas teurer als Opferbeschichtungen, aber bei richtiger Anwendung hält ein permanenter Graffitischutz bis zu 500 Graffiti-Attacken ohne Neuauftrag stand.

Permanenter Graffitischutz

vgl. Permanent-Beschichtungen

Polyurethan

ist ein Bindemittel, aus dem Weichformen z.B. Matrizenschalungen hergestellt werden können.

Positiv-Verfahren

bezeichnet eine Auftragungsart des Kontakverzögerers beim Auswaschen von Beton.

Präventions- und Gegenmaßnahmen zu illegalen Graffiti

Aufgrund der großen Verbreitung von illegalem Graffiti gibt es Bestrebungen, potenzielle Ziele im öffentlichen Raum vor Sprayern zu schützen. Solche Schutzmassnahmen sind:
schnelles Reinigen häufig besprühter Flächen, Kamera-Überwachung in Bussen, Bahnen, Zügen und auf Bahnhöfen, Schutz beliebter Ziele durch Umzäunung, Einsatz von mehr Wachpersonal, helle Beleuchtung und Bewegungsmelder.
Außerdem soll zur Abschreckung eine noch konsequentere Strafverfolgung stattfinden. Darüber hinaus sollen U-Bahnhöfe durch Anbringen von Emaille-Schildern, speziellen Folien und Graffitischutzanstriche besser gegen Beschädigungen geschützt werden. Eine weitere präventive Maßnahme zum Schutz vor Graffitibeschädigungen stellt das Bepflanzen von Flächen mit dornigen Gewächsen in Bahnhofsbereichen dar. Wichtig könnte zudem auch die Schaffung und Bereitstellung von mehr legalen Flächen für Jugendliche dar.

Pulverfarben

Sind fein aufgemalene Farbpigmente, welche bei Verwendung im Beton alkalibeständig, lichtecht und witterungsstabil sein müssen.

RAL-Gütezeichen ANTI-GRAFFITI

Das RAL-Gütezeichen ANTI-GRAFFITI dürfen Fachunternehmen für Graffitibeseitigung benutzen, die Mitglied in der Gütegemeinschaft Anti-Graffiti Berlin e.V. sind.

Reverse Graffiti

Beim Reverse Graffiti werden schmutzige Oberflächen z. B. mit Wasser, Seife und Bürste selektiv so gesäubert, dass der gesäuberte Bereich das Graffiti darstellt. Diese Form von Graffiti wird mittlerweile gern von der Werbeindustrie genutzt, da durch diese Form von Graffiti sogar ein positiver Effekt für das Stadtbild und gleichzeitig eine werbewirksame Aufmerksamkeit geschaffen wird. Reverse Graffiti sind demnach also als legales Graffiti zu bezeichnen.

Säuren und Laugen

Noch aufwendiger gestalten sich die Arbeiten mit Säuren und Laugen, die ebenfalls nicht ins Abwasser gelangen dürfen. Nachteilig sind die großen Mengen Wasser, die zum mehrmaligen Nachwaschen benötigt werden und aufwendig neutralisiert und entsorgt werden müssen.

Scratching (deutsch: Kratzen)

Scratching ist eine Reaktion der Sprayerszene auf verstärkte Graffiti-Entfernungs-maßnahmen. Beim Scratching werden oft Zeichen (Tags) dargestellt, die mittels Schleif-Steinen, Sandpapier oder Messern vorwiegend in Glas- oder Plastikoberflächen gekratzt werden.

Semi-permanenter Graffitischutz

Ein semi-permanenter Graffitischutz kann ein Einschicht-System sein, das auf der Fassade kaum zu erkennen ist. Ein semi-permanenter Graffitischutz kann aber auch ein Zweischicht-System sein, der eine sog. Opferschicht beinhaltet. Die Opferschicht wird nach der ersten Graffiti-Attacke per Hochdruck abgetragen, sodass der semi-permanente Graffitischutz in der Regel erst nach jedem zweiten Graffiti-Anschlag erneuert werden muss.

Sichtbeton

= Architekturbeton. Beton, der durch seine Oberflächengestaltung zur Ästhetik des Bauwerks beiträgt.

Sprayer

Die Einzelpersonen oder Gruppen, welche Graffiti erstellen, werden in Bezug auf die häufige Variante des Besprühens von Flächen mit Farbe aus Sprühdosen, oft Sprayer (englisch für Sprüher) genannt.

Stencil/Pochoir

Unter einem Stencil oder Pochoir versteht man eine Schablone, die vorher angefertigt werden muss und durch die anschließend die Farbe gesprüht wird. Häufig werden entsprechend der ursprünglichen Verwendung Politiker, politische Symbole, ideologisch dargestellte Personen, oder gesellschaftskritische Motive gesprüht.

Straftatbestand Graffiti

Seit Anfang 2006 stellen Graffiti den Tatbestand der Sachbeschädigung gemäß §304 StGB dar. Graffiti-Sprayen kann somit mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren bestraft werden. Das nicht genehmigte Aufbringen von Graffiti kann also zivil- und strafrechtliche Folgen haben. In Deutschland kann zivilrechtlich gegen die Sprayer ein Schadenersatz-anspruch wegen unerlaubter Handlung entstehen. Ein Entfernen ist zudem oft mit hohen Kosten verbunden, die der Sprayer ebenfalls zu tragen hat. Die Verjährung eines Anspruchs durch Graffitischädigung verjährt bei einem zahlungsunfähigen Verursacher erst nach fünf Jahren. Daneben kann der Eigentümer auch Unterlassung verlangen. Weitere Straftatbestände können u.a. Hausfriedensbruch sowie Gefährlicher Eingriff in den Bahn- oder Straßenverkehr sein. Die Verwendung von Flusssäure im öffentlich zugänglichen Raum wird sogar als Verbrechenstatbestand (Schwere Gefährdung durch Freisetzen von Giften) verfolgt.

Täter-Opfer-Ausgleich

Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) ist eine Möglichkeit für eine außergerichtliche Schadenswiedergutmachung, die sowohl durch eine Eigenleistung des jugendlichen Täters (z.B. durch Reinigung oder Überstreichen der verschmutzten Fläche) oder durch Mithilfe unter fachlicher Anleitung durch Spezialisten erfolgen kann. Des Weiteren kann ein TOA auch durch Zahlung der Reinigungskosten, die dem Hausbesitzer für die Beseitigung des Graffitis entstanden sind, erfolgen.

Temporärer Graffitischutz

Ein temporärer Graffitischutz ist die preiswerteste Möglichkeit, sich vor Graffitischäden zu schützen. Mit Temporärschutz beschichtete Oberflächen sind gut mit heißem Wasser per Hochdruckreiniger zu säubern und besitzen eine gute bis sehr gute Wasserdampfdurchlässigkeit. Je nach System und Oberfläche bietet das Temporärsystem einen Schutz von bis zu 2 Jahren. Bei Polysaccharin beschichteten Oberflächen muss der Temporärschutz allerdings alle 6-12 Monate erneuert werden, weshalb diese Form des Graffitischutzes als sehr wartungsintensiv zu bezeichnen ist.

Textur

eine Textur bezeichnet eine haptische Oberflächengestaltung von Betonoberflächen durch Wiedergabe der Schalungsform, Auswaschen, Absäuern oder mechanische Bearbeitung von Beton, z. B. durch Stocken oder die Wahl eines sog. Zuschlags.

Trennmittel

Trennmittel werden verwendet, um bei Abformprozessen ein Verkleben von Formen mit Baustoffen zu verhindern oder Gegenstände dauerhaft getrennt zu halten.

Trockeneisstrahl-Verfahren

Das Trockeneisstrahlen ist ein Druckluftstrahlverfahren, bei dem Trockeneis mit einer Temperatur von ca. -78° Celsius als Strahlmittel eingesetzt wird. Im Gegensatz zu anderen Strahlmitteln geht Trockeneis bei Umgebungsdruck ohne Verflüssigung direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Somit bleiben nach dem Strahlen keine Strahlmittelrückstände zurück, sondern lediglich der gelöste Schmutz.

Trockenstrahl-Verfahren

Beim Trockenstrahl-Verfahren wird Strahlgut mit elastischen Eigenschaften und feinstem Korn verwirbelt. Der mit wenig Druck verhältnismäßig sanfte Aufprall des Granulats aus verschiedenen Richtungen hat eine mit einem Radiergummi vergleichbare Wirkung. Dieses schonende Verfahren kommt ohne Wasser aus und lässt sich durch variierbare Einstellungen unterschiedlichen Anforderungen anpassen.

Truckcleaning

bezeichnet einen Teilbereich der Graffiti-Entfernung und des Graffitischutzes vieler Graffitischutz- und Reinigungsunternehmen.

Unterdruck-Trockenstrahl-Verfahren

Hierbei wird Strahlgut aus dem Inneren des Gerätes bis zur Strahllanze angesaugt. Es erreicht an ihrem Ausgang eine sehr hohe Geschwindigkeit und eine dementsprechend hohe Strahlenergie. Das Strahlgut trifft auf die Oberfläche und trägt dort die Farbe bzw. Verschmutzungen ab. Dies geschieht schnell und staubfrei. Das benutzte Strahlgut wird anschließend wieder in das Innere des Gerätes transportiert und dort vom Schmutz gereinigt, um schließlich dem Kreislauf erneut zugeführt zu werden.

Untergründe

Vom Grundsatz her können Untergründe in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die eine Gruppe umfasst die nicht beschichteten Untergründe wie zum Beispiel Sichtbeton, (Edel)-Metalle (zum Beispiel Aluminium, Edelstahl, Kupfer), Naturstein (zum Beispiel Sandstein, Marmor), Klinker (zum Beispiel saugfähig bis nicht saugend und glasiert), verschiedenste Kunststoffe usw.
Die zweite Gruppe umfasst beschichtete Untergründe wie zum Beispiel Beton, massives Mauerwerk mit und ohne Putz, Wärmedämm-Verbundsysteme, lackierte Metalle, lackierte Hölzer usw.

Überstreichen

Eine Möglichkeit, auf die bei der Graffitibeseitigung gerne zurückgegriffen wird, ist das direkte Überstreichen (optische Fassadenwiederherstellung) von Graffiti, bei der der Untergrund allerdings möglicherweise verschlossen wird (die häufig verwendeten Sprüh-Lackfarben haben keine Wasserdampfdurchlässigkeit und Atmungsaktivität, oftmals bleibt es erfahrungsgemäß nach Wiederherstellung durch Anstrich nicht bei der einmaligen Graffitiverunreinigung). Auftretende Spätfolgen sind Feucht- und Bausubstanzschäden, weil nach und nach die Oberfläche an unterschiedlichsten Stellen verschlossen wird. Ein weiterer ernst zu nehmender Nachteil bei Nichtentfernung von Graffiti ist, dass in Sprühfarben vorhandene Weichmacher oder Lösungsmittel weiter unsichtbar in Poren der Bausubstanz eindringen. So können Schäden als Folge zum Beispiel bei Dämm-Material an Wärmedämm-Verbund-Systemen nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Waschbetonpapier

Ist ein Papier, das mit einem Kontaktverzögerer beschichtet ist. Damit kann eine Schalung vor der Befüllung mit Beton ausgelegt werden. Vorteil: Man kann sofort nach Einlegen des Waschbetonpapiers den Beton einbringen, z.B. bei Drehtisch-Hermetikpressen.

Wassergehalt

Abweichungen vom optimalen Wassergehalt beeinträchtigen die Gründruckfestigkeit. Der Wassergehalt muss im Zusammenhang mit der Verdichtungsart und -leistung stehen. Wassergehalt, Konsistenz und das Produktionsverfahren müssen aufeinander abgestimmt sein.

Wetcast-Verfahren

Bezeichnet das Gießen von Betonwerksteinen in speziellen Formen.

Zementleimgehalt

Der Zementleimgehalt muss grundsätzlich auf die Kornzusammensetzung (Sieblinie) abgestimmt sein. Zu wenig Zementleimgehalt bewirkt ein mangelhaftes Verkleben der Gesteinskörner, zu viel einen zu weichen Beton.

Zusatzmittel

Zusatzmittel werden eingesetzt, um steifen Beton beweglicher und verdichtungswilliger zu machen. Um eine gute Wirkung zu erzielen, sollten sie möglichst spät zugegeben werden.